Die Idee

Auszug aus der Projektvorstellung am 1. Februar 2007
im Lübecker Rathaus , Dr. Arnd Heling


Mit der symbolischen Rede von BROT + FISCH bringt das Projekt eine unbewusste – Glaubens- und Weltanschauungen transzendierende - Tiefendimension in den säkularisierten Gesellschaften des Westens und des Ostens ins Spiel. „Gemeinschaft“ und „Teilen“ sind Grundbotschaften dieser Metaphern; wir sind überzeugt, dass eine nachhaltige Entwicklung des Ostseeraums nur dann diesen Namen verdient, wenn sie sich auf gemeinsame Werte bezieht, und also auch an solidarisches Handeln und Gemeinschaftlichkeit appelliert.

Diesem Ziel dient das Projekt BROT + FISCH. Die Bewirtschaftung von Land und Meer, der Umgang mit knappen Ressourcen, aber auch der Umgang mit der Kulturlandschaft und der Natur ist eine entscheidende Zukunftsfrage für die ökonomisch, ökologisch und kulturell nachhaltige Entwicklung dieser europäischen Region. Die Erhaltung der maritim geprägten Küstenlandschaften ist ein Schlüssel für die Identitätsbildung seiner Bewohner und das kulturelle Zusammenwachsen der Regionen.


Auszug aus der Projektvorstellung am 1. Februar 2007
im Lübecker Rathaus, Dr. Arnd Heling


" Brot und Fisch sind biblische Symbole des Teilens und der Gemeinschaft.
Der Fisch ist das älteste Christussymbol der Kirchengeschichte; Brot ist das Symbol des Leibes Christi im Abendmahl. Mit fünf Broten und zwei Fischen soll Jesus von Nazareth einmal 5.000 Menschen gesättigt haben. Wie immer wir uns zu den Wunderberichten der Evangelien stellen - es gibt eine rationalistische Auslegung dieses Wunderberichtes, die im Zusammenhang des Projektes legitim erscheint. Diese Auslegung besagt: Unter dem Einfluss der Rede Jesu haben die Leute ihre Vorräte zusammengeworfen und geteilt, so dass jeder etwas bekam, so dass jeder satt wurde. Auch das dürfte bei so vielen Menschen wie ein Wunder gewirkt haben, so, wie heute noch jeder solidarischen Aktion, jeder altruistischen Handlung etwas Wunderbares und Erstaunliches und Dankenswertes anhaftet.

Die einst unerschöpflichen Fischbestände der Weltmeere sind heute gefährdete, begrenzte „Ressourcen“. Und nicht zuletzt im Ostseeraum sind Fische die schwindende Existenzgrundlage eines traditionellen Berufsstandes, der aus dem Alltagsbild unserer Küstenregionen schon fast verschwunden ist.

Mit der Artenvielfalt des Brotes verhält es sich umgekehrt proportional zu derjenigen des Fisches. Sie nimmt zu, allerdings auch auf der Grundlage von immer weniger marktgerechten und zukünftig wohl patentierten Getreidesorten. Die Kulturgeschichte des Brotes spiegelt den Wandel der landwirtschaftlichen Produktionsverhältnisse wider. Und von einem solchen Wandel sind die Bauern der Ostseeanrainer, insbesondere in den neuen EU-Ländern massiv betroffen.

Zu konstatieren ist ein schnell um sich greifendes Sterben nicht nur von Häfen, sondern auch von Höfen im ganzen Ostseeraum; eine Folge politischer, ökonomischer und gesellschaftlicher Veränderungen, insbesondere der letzten Jahrzehnte. Am Beginn des 21. Jahrhunderts stellt sich die Frage neu, wie dieser geographische und politische Raum heute, zu Lande und zu Wasser, vor dem Hintergrund seiner Jahrhunderte langen kulturhistorischen Entwicklung und Prägung durch Fischerei und Landwirtschaft, in gemeinsamer Verantwortung weiter entwickelt werden kann und soll. "